Archiv der Kategorie 'Freaks'

Weltnichtrauchertag

Morgen ist Weltnichtrauchertag. Und auch Tierrechtler müssen dazu per Pressemitteilung ihren (veganen) Senf abgeben:

Myriaden (= unzählbare, Anm. Autor) nichtmenschliche Tiere (= da Menschen und Tier gleich sind, ist der vegane Sprech: menschliche Tiere für Menschen bzw. nicht-menschliche Tiere für Tiere , Anm. Autor) dagegen werden ermordet, weil nicht vegan lebende Menschen ihre Leichen, Drüsensekrete usw. konsumieren, ihre Haut tragen, sie begaffen wollen – oder eben auf Raten umgebracht, von Süchtigen langsam vergiftet.

nach Maqi, via Planet Hop

Nachdem Fleischesser, Vegetarier aus veganer Sicht Mörder sind, kommen nun auch noch die Raucher dazu. Mal sehen, wann unsere Lieblingsfreunde den Alkohol ins Visier nehmen („Milliarden nichtmenschlicher Tiere werden durch Gewalt Alkoholisierter gequält“). Sie werden es uns sicher allen mitteilen, ihr quasi religiöses Sendungsbewusstsein zwingt sie dazu.

Übliches

Paechs Forderung nach Gesprächen mit der gewählten Führung des palästinensischen Volkes (Hamas, Anm. Autor) wird von deutschen Jungzionisten (BAK Shalom von Linksjugend.[’solid], Anm. Autor) als Unterstützung des Terrorismus angeprangert.

Gähn. Übliche nationalbolschewistische Hausmannskost aus Wien.

Maikrawall mal anders

Alkoholexzesse und Schlägereien haben in Brandenburg das ansonsten friedliche Bild am Herrentag getrübt. (…) Zu einer „Seeschlacht“ der besonderen Art kam es in Burg/Spreewald, wo mehr als 20 Cottbuser im Alter zwischen 18 und 29 Jahren auf eine zehnköpfige Gruppe Sachsen – alle in Paddelbooten – losgingen. Drei Männer aus Dresden, Moritzburg und Radebeul (Sachsen) sowie einer der Tatverdächtigen verletzt und kamen ins Krankenhaus.

nach: Märkische Allgemeine

Nein, nein, nein

Schon mal vorleiden für die nächste nationalistische Dröhnung im Sommer:

Dieses Jahr geht das Fußballwunder weiter /
Wir sind da /
Und wir werden Europameister

So lautet der Refrain der offiziellen DFB-Fanhymne.

Ein paar Gedanken zum Thema Tierrechte

Anmerkung: Intention dieses Textes ist es nicht, Massentierhaltungen o.ä. zu rechtfertigen. Vielmehr ist auch der Autor der Meinung, das Tieren ein größtmöglicher Schutz zukommen soll. Vielmehr handelt es sich hier um eine grundsätzliche Kritik an der Tierrechtsideologie.

Jeder, der schon mal auf Seminaren rumhockte, kennt das Spiel: „Welches Tier wärst du?“ In der darauffolgenden Runde projezieren die jeweiligen TeilnehmerInnen bestimmte Eigenschaften auf das Verhalten bestimmter Tiere. Die Ameise gilt auf Grund der Sozialstrukturen in ihrem Bau als kollektivistisch, die Katze als individualistisch und eigensinnig oder im negativen Fall faul und hinterhältig. Hier tritt also genau das ein, was gemeinhin „Vermenschlichung“ von Tieren genannt wird. Wir beschreiben Eigenschaften, die wir aus unserem Sozialgefüge kennen, als gemeingültig. Heißt also anders: würden wir die Eigenschaft faul als solche nicht kennen, wir würden ein Tier nicht in diesem Sinne vermenschlichen.

Auf ähnlicher Projektionebene bewegt sich die Frage nach Tierrechten. Menschenrechte, im Wesen definiert durch Egalitiät, Universalität und Unteilbarkeit sind eine Errungenschaft jahrhunderterlanger Kämpfe. Der Mensch musste sich aus seiner „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ befreien, wie es Kant formulierte, um diese zu erringen. Die Formulierung der Menschenrechte war also zwingende Voraussetzung für die Formulierung, konkreter benannt die Projektion, des unveräußerlichen Recht jedes menschlichen Individiums, des Menschenrechtes, auf Tiere, also dem Entstehen von Tierrechten. Die Folge ist nun, das BefürworterInnen von Tierrechten versuchen, spezifische Verhaltensweisen des Menschen bei Tieren nachzuweisen, wie z.B. Depressionen um sie so zu vermenschlichen und ihre Projektion rationell zu begründen.

Die Absurdität der Tierrechtsidee wird an einem Beispiel recht deutlich: stellen wir uns vor, Menschen und Tieren würden die gleichen unveräußerlichen Rechte zu stehen. Wir befinden uns in der Savanne, ein Löwe liegt hungrig unter dem Baum. Ein Mensch läuft nun an diesem hungrigen Löwen vorbei. Gemäß der unveräußerlichen Rechten, die nach oben festgestellter Definition von Menschenrechten universell gelten, nehmen wir hier einmal das Recht auf Leben, eine zentrale Forderung der Tierrechtsbewegung, dürfte weder der Mensch den Löwen, noch der Löwe den Menschen töten. Den beide sind Subjekte, für die die gleichen unveräußerlichen Rechte gelten. Der Mensch mag dies als bewusster TierrechtlerIn einzuschätzen und sofern dieser den Löwen nicht tötet, sind die unveräußerlichen Rechte des / der jeweiligen PartnerIn vorläufig gewahrt. Dem Löwen wird all dies indes relativ gleichgültig sein.

Hypothetisch angenommen: er tötet den Mensch, weil ihn der Trieb übermannt. Selbst bei dem Nachweis bestimmter spezifischer menschlicher Verhaltensweisen bei Tieren, werden diese nie im Stande sein, gleichberechtigt (in welcher Richtung auch immer) die Rechte zu nutzen, dafür ist auch völlig irrelevant ob Tiere Schmerzen empfinden oder eine Seele haben. Tiere werden also niemals ein Vergehen an ihnen anklagen können, da sie ihre Rechte nicht kennen, noch sich selbst irgendwo vertreten können. Weiter abstrahiert: vielmehr würden nach Tierrechtsargumentation und deren offensichtliche unmögliche Einlösung durch die Tiere, diese bevorzugt. Denn kein klardenkender Mensch würde auf die Idee kommen, ein Löwen für einen Mord vor ein, wie auch immer geartetes, Gericht zu stellen, eine andere Alternative gibt es nicht, denn wir erinnern uns: selbstjustiziell handeln und töten ist dem Menschen untersagt, sofern er die universellen unveräußerlichen Rechte des Tieres schätzt. Wer also Herrschaftsstrukturen des Menschen über die Tiere durch Tierrechte auflösen möchte, tut dies nicht, sondern ersetzt dieses durch das Herrschaftsverhältnis Tier über den Mensch. Dem Tier steht also Töten eines Artgenossen (ausgehend von der Tierrechtsideologie, bei der Menschen zu menschlichen Tieren mutieren) zu, da es keine Strafmechanismen gibt, die nicht mit seinem unveräußerlichen Rechten brechen würden, während dies bei Menschen nicht der Fall wäre, da dieser zurechnungsfähig ist. TierrechtlerInnen sind also in der Endkonsequenz auf ihre Weise Speziezisten, also jene Menschen, welche TierrechtlerInnen aufgrund ihrer Differenzierung zwischen Mensch und Tier, der Definition des Herrschaftsanspruches des Einen über den Anderen, hier also das Tier, angreifen . Und so befinden wir uns einem in der Tat unauflösbaren Problem: das Verhältnis zwischen Mensch und Tier lässt in keiner der beiden Richtungen regeln, ohne Herrschaftsmechanismen zu erzeugen. Die Frage, die sich nun stellt, ist grundsätzlich nur, welche Art des Speziezismus zu bevorzugen ist.

Kurz also: die aus der Aufklärung entstandenen Menschenrechte haben die Tierrechte ermöglicht, die aber Menschenrechte und Aufklärung grundlegend in Frage stellen. Oder einfacher formuliert: die Vermenschlichung des Tieres durch Großstadtkinder drückt vielmehr die Entfremdung des Menschen vom Tier aus, gleichsam wie das eben die industrielle Massenproduktion von Fleisch auch tut.

Fragment

Eine unglaubliche Geräuschkulisse in der S-Bahn. Ein Baby schreit, ein Musiker spielt auf einem Akkordium, eine junge Bewohnerin einer WG für betreutes Wohnen erzählt einer bloden Frau lautstark ihre Leiden, nachdem diese sie aus Mitleid angesprochen hatte, als sie vor sich hinbrabbelte. Ein Mann neben mir klappt sein Buch über Architektur zu und packt sie in seine Tüte voller antiquarischer Bücher. Auf einmal gibt es nur angenehme Töne. Unter meinen Kopfhörern läuft die neue Superpunk-CD.

Osterbotschaft von Werner Pirkner

Erstaunlich, wie Werner Pirkner an der jüdischen Kritik an der Karfreitags-Fürbitte des Papstes, die zur Bekehrung der Juden aufruft, dann noch mal das reinsemmeln kann, was von ihm erwartet wird: Israelfeindlichkeit und Antiamerikanismus.

(…) Das ist auch ein zentraler Glaubenssatz amerikanischer Evangelikaler, von denen sich nicht wenige als »christliche Zionisten« in Israel niedergelassen haben. Ihren Wahnvorstellungen zufolge könne mit der Wiederkehr des Erlösers erst dann gerechnet werden, wenn alle Juden aus der Diaspora zurückgekehrt seien. Die Bekehrung des »Volkes Israel« zum Christentum wäre dann eine von oben beschlossene Sache. Die evangelikalen Bestrebungen zur Christianisierung des Judentums im Einklang mit der zionistischen Unterwerfung Palästinas brauchen sich indessen nicht des Vorwurfes des Antisemitismus zu erwehren. Der karfreitägliche Disput ist eben nicht bloß eine Glaubensfrage.

via „junge Welt“

Hasen und so

Übrigens, bei der Hamas gibt es rosa Bunnys (mit der grausamsten Fistelstimme aller Zeiten) in einer Call-in-Show.

Dinge, die dringend verpasst werden müssen (II)

Matussek geht in den Zoo und sucht den neuen Knut. Ungeheuer interessant, wirklich jetzt. Wie er Tiere mit Sprüchen von Dieter Bohlen beleidigt, diese grandiose Satire auf den Castingwahn; auf das gesamte verzerrte Verhältnis vom Menschen zum Tier. Tiere! welche der Urbanisierte vor allem aus dem Zoo, aus dem Fernseher kennt und seine gesamten pseudo-romantischen Gefühle darauf projeziert. Das ist alles so unglaublich geistreich, das es unbedingt verpasst werden muss.

Dinge, die dringend verpasst werden müssen (I)

Am gestrigen Samstag, dem 15.März 2008, fand in Erfurt eine Demonstration gegen die „Reiten-Jagen-Fischen“-Messe statt.(…) Es wurden gleich Parolen gerufen, Infomaterial verteilt und versucht, mit Besuchern _Innen in Kontakt zu treten, um über das Reiten, Jagen und Fischen aufzuklären.Da die Polizei zahlmäßig mit etwa 15Beamten und Beamtinnen des BFE’s und etwa noch mal so viel Bereitschaftspolizei zu stark präsent war, wurden weitere Aktionen unterbunden und die Teilnehmer_Innen der Demonstration einen Platz auf dem Gelände zugewiesen, der mit Gittern abgesperrt war und weiteres agieren erschwerte oder gar unmöglich machte. Da ließ sich aber die Clowns Army nicht den Spaß nehmen, kleine Verfolgungsgänge über den Vorplatz zu mit den Freunden in grün zu machen. (…)

Die Kontaktaufnahme von 250 fanatisierten Veganern kann ich mir lebhaft vorstellen: „Mörder! Mörder! Mörder!“ oder so. Leute die zu einer Jagdmesse gehen, machen das ja nicht aus Unwissenheit, sondern haben sicher ihren Jagd- oder Angelschein nicht zum Anschauen gemacht, weshalb es ja auch schon recht sinnlos ist, den Leuten die mit Gewehren in den Wald rennen, Infomaterial über den Antispezismus in die Hand zu drücken. Das kommt beim Wurststand eh in den Müll. Die Spannung der Demonstration steigert sich in ungesehene Höhen:

Dies (die gute Stimmung Anm.) hielt leider nicht lange an, da kurz darauf ein Besucher der Messen an dem Zaun des Kundgebungsortes vorbeiging und laut rief: “Arbeit macht frei! Seht zu, dass ihr arbeiten geht!“ Dies blieb von der Polizei ungehört, jedoch nicht die Antworten, die dieser Besucher zu hören bekam und gleich im Gebäude verschwand und es weitere Diskussionen zwischen Polizei und Teilnehmer_Innen zur Folge hatte.

Ich habe Samstag lange im Bett gelegen und dann zum Mittag eine Pilzrisottopfanne und zum Abend Stullen mit Käse und einem vegetarischen Aufstrich gegessen. Wenn ich so lese, was „menschliche Tiere“ (um auf den „Antispe“-Sprachstil zurück zu greifen) in Erfurt so gemacht haben, scheint mir mir mein Tag auch wesentlich spannender und sinnvoller gewesen zu sein.

Zitate nach: Indymedia