Archiv der Kategorie 'Filmtipp'

„Übelste Ossihetze“

Martin Sonnebron hat einen Film gemacht. Er ist in der Zone in und um Berlin gewandert und hat dabei Menschen getroffen und gefilmt. Während die meisten Zeitungen den Film loben titelt der „Berliner Kurier“: „Übelste Ossihetze: Dieser komische Vogel verspottet Ostdeutsche als Deppen der Nation“. Hört sich nach einem netten Film an, der glücklicherweise auch noch in einem Kino bei mir der Nähe läuft.

Jesus junge Garde

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

Karl Marx, „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“

Ein sehr guter Dokumentarfilm der ARD zeigt die Aktivitäten der evangelikalen Gruppe „The Call“. Das erschreckende Bild, welches die Dokumentation zeichnet ist vor allem eins: verirrte Jugendliche, die ihr Leben umstülpen, um Jesus zu „dienen“. Interessant ist auch der Blick in die Familien: unter anderem auch die Familie eines evangelischen Religionslehrers, der überhaupt nichts daran findet, wenn seine Tochter meint, sofort beten zu müssen, wenn sie Muslime sieht.

Evangelikales Gedankengut, Gruppenzwänge als Herrschaftsinstrument – es wird dann vor allem deutlich, wenn die Jugendlichen dem „MIssionsbefehl“ befolgen und Jugendliche in ostdeutschen Innenstädten belästigen. Eine Steigerung gar: Um sich endgültig über sein Leben zu entscheiden, reist ein zu „The Call“ konvertierte Problemkind in die USA um die Kommune des religiösen Führers zu besuchen. Dort weiß man, warum der Hurrikan New Orleans zerstört hat: es ist eine Strafe für viele Abtreibungen.

In den USA beeinflusst die Gruppe durchaus auch die Politik. Denn: Die Politik muss religiös werden, die Trennung von Kirche und Staat aufgehoben werden, so die Hauptthesen dort. Völlig begeistert fährt der deutsche „Missionar“ zurück und stellt die Erkenntnise den Teilnehmern in der „Holy Revolution-School“ dar. Am Ende des Kurses in Deutschland ist klar: auch Jugendliche wollen jetzt „für Jesus“ notfalls in den Tod gehen. Nicht vergessen: der Hailand kann schon morgen vorbei kommen. Wenn ihr ihn seht, grüßt ihn schön. Ich werde mich derweil meinem Lodderleben hingeben.

P.S.: In dem Film wird auch gezeigt, wie mit Beten Beckenfehlstellungen beseitigt werden können, die Krankenkassen wirds freuen.

Ufo, Scheiß Rip-Off

Zwei Sachen in einen Beitrag packen und diesem eine Überschrift geben: muss wie jetzt nicht immer gelingen. Aber der Reihe nach:

a.) Der Indiana Jones-Film war unterhaltsam (und da war ich positiv überrascht), das nun allerdings dieses Hanebüchene die „Aliens-kamen-zu-den-Maya“-Zeug nun wieder aufgewärmt werden musste und wieso dafür 16 Jahre am Drehbuch geschrieben wurde, nunja. Jedenfalls: UFOs passen nicht in Indiana Jones-Filme, und Nazis durch irre KGB-Agenten zu ersetzen, bringt zwar einiges neues an Witzpotential („Wie sind ihre letzten Worte?“ – „Lange lebe Eisenhower!“) zu Tage, wirkt aber durch die extreme Überzeichnung der Russen fast wie eine Satire auf James Bond-Filme (obwohl dem Film in der Gesamtkomposition unterstellt werden kann, dass das so gewollt war).

b.) Nun zum Scheiß Rip-Off. Vor einem Jahr erschien das neue Bad Religion-Album „The New Dark Ages“, irgendwann im Juli kommt jetzt eine Delux-Edition raus: mit DVD und einer weiteren CD, auf der 7 Akkustikstücke enthalten sind (davon 3 exklusiv). Das ist Verarsche. So wird der arme Fan gezwungen, sich die gleiche CD zweimal zu kaufen, um an die Bonus-CD und die DVD zu kommen.

Tolle Sache


MUTO a wall-painted animation by BLU from blu on Vimeo.

Großartig, via Tom

Puppentheater in cool

Heute war ein Artikel über René Marik in taz und weils so toll ist, kommts gleich mal hierher.

Link: sevenload.com

Albträume

Auf der diesjährigen Berlinale ist dem Surrealisten Luis Buñuel die „Retrospektive“ gewidmet, über die das arte-Magazin „Metropolis“ gestern recht ausführlich berichtete. Nachdem gestern nun auf 3sat der erste Film Buñuel „Ein anadulischer Hund“ gezeigt wurde, ich ihn verpasst und dann doch im Netz gesehen habe, will den Film nun mal hier einbinden. Laut Wikipedia hat der Film eine FSK 18-Freigabe bekommen, muss auch schon eine Weile her sein (man muss in diesem Zusammenhang einmal bedenken, was die Bilder, insbesondere die erste Szene, für Reaktionen vor gut 80 Jahren ausgelöst haben!). Eine inhaltliche Zusammenfassung ist nicht möglich, was dem Fakt geschuldet ist, das es sich hier um (Alb-)Traumwelten handelt, Bilder sich aus Assoziationen der Vorangegangenen ergeben. Weitere Infos zu dem Film gibt es ebenda.

Schon wieder Monsterkram

Kurzkritik von „Cloverfield“:

Unorginelle Idee (Monster zerstört Manhattan und hat ekelhafte Ableger, die in U-Bahn Schächten rumkrauchen) orginell verpackt (aus der persönlichen Sicht einer Person, die das Geschehen mit Handkamera dokumentiert). Inzwischen habe ich aber die Schnauze voll von postapokalyptischen Filmen. Habe erst vor kurzem die Verfilmung der Stephen King Kurzgeschichte „Der Nebel“ gesehen, der ebenfalls wie Cloverfield nett, aber auch nicht das Filmerlebnis schlecht hin war.

„The Dalai Lama told me…

…that you are reincarnation of Konrad Adenauer.“

Großartig, die Hessen-CDU zu entwaffnen ohne sie anzupöbeln.

Ratgeber: Was tun bei einer Zombieattacke?

Wunderbare Satire auf die allseits bekannten „Aufklärungsfilme“ aus den USA der 50er Jahre. Kein Atomkrieg, kein Gasangriff, viel mehr eine Zombieattacke gilt es zu überstehen. Immer schön die Tür abschließen.

Filmtipp: Table Bed Chair

Der Film „Table Bed Chair“ berichtet über die HausbesetzerInnen-Szene in Amsterdam. Er lässt Akteure über die Gründe von Hausbesetzungen sprechen und geht kurz auf die Geschichte der Bewegung ein. Zudem wird eine Hausbesetzung und eine Räumung in Amsterdam gezeigt. Eine sehr interessante und gut gemachte Doku.

Der Film steht unter der Creative Commons-Lizenz und befindet sich auf den Servern der Seite video.squat.net zum Download (dort zu finden unter dem Namen www.table-bed-chair.tk; in den Dateiformaten ogg, avi oder gleich als iso für die DVD)