Archiv für Januar 2009

Entspannungsmusik

Wer so seine Drums spielen kann, kann was. Ansonsten sind „The Locust“ wahrscheinlich einfach schon ziemliche Irre, die aber zumindest eine sehr gute Platte gemacht haben.

LeATHERMOUTH „XO“

Geil. Geil. Geil – und schon wieder so früh ein Anwerter auf das Album des Jahres.

Ich bin sehr begeistert vom LeATHERMOUTH-Debütalbum „XO“. Endlich mal wieder ein Hardcore-Brett ohne Adjektive, kein Double-Bass, kein Cleaner Gesang, kein Midtempo. Einfach 24 Minuten Umgebrülle und Gekloppe. Erfreulich, dass Epitaph auch mal wieder vernünftige Sachen auf CD presst. Wer sich selbst überzeugen will, mag sich die MP3s bei Epitaph anhören.

Irgendwie habe ich gelesen, dass der Sänger auch bei „My Chemical Romance“ singt, scheint ja irgendwie bekannter zu sein, ist aber irgendwie total an mir vorbei gegangen.

Der Angriff der Rambo-Radfahrer

Ambros Waibel schreibt heute in der taz über den Deutschen Verkehrsgerichtstag.

Der Auslöser lag eher dort [Grund für Behandlung des Themas Radfahrer], wo auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Handlungsbedarf sieht: Die Sitten im Straßenverkehr würden verrohen, Radfahrer missachteten rote Ampeln, beführen Radwege und Einbahnstraßen in falscher Richtung oder belästigten Fußgänger, klagt sie und fordert erzieherische Maßnahmen.

Halten wir fest: Ich überfahre rote Ampeln, die ich als sinnlos empfinde; ich fahre freihändig auf geraden Strecken; ich trage geschlossene Kopfhörer; ich fahre Radwege auf falscher Richtung entlang und kürze unzulässig auch über Bahnhofsvorplätze ab, da die Alternative ist, 5 Minuten an diversen Ampeln zu stehen; ich befahre Einbahnstraßen in falsche Richtung, aber eher unabsichtlich (die Sache mit dem Bus war extrem eng); Fußgänger belästige ich nicht, aber Autofahrer, in dem ich auf dem Autostreifen fahre, wenn der Radweg unzumutbar ist. Kurz: ich bin der idealtypische Ramboradfahrer, wenn es nach der GDP geht. taz-Waibel hat doch eine andere Beschreibung:

Das Rad als Verkehrsmittel nimmt heute einen viel größeren Raum ein als noch vor wenigen Jahren. Allerdings führt dieser Wandel auch dazu, dass testosterongeladene Jungmänner, die früher im Opel Manta Angst und Schrecken verbreiteten, nun die gleichen Verhaltensmuster auf Mountain-Bikes an den Tag legen. Wer da nicht mithalten mag, sieht sich schnell als Verkehrshindernis geoutet und dummdreist angemacht.

Glücklicherweise fahre ich kein Mountainbike und andere Radfahrer anpöbeln tue ich auch nicht (wozu auch). Die Beschreibung ist im generellen etwas sehr stereotyp geraten: nicht mal Renter auf ihren Räder mit tiefen Einstieg steigen irgendwo an einer Ampel ab. Sie fahren einfach vorher über den abgeflachten Bürgersteig. Aber Waibel hat natürlich völlig recht wenn er schreibt:

Weil sich die Radfahrerschaft ausdifferenziert, weil sie schneller wird, braucht sie mehr Platz: So könnten sich selbst als sportlich einschätzende Fahrer fröhlich Gummi geben. Wenn die Polizei auf Erziehung und Kontrolle setzt, wird sie dem Phänomen nicht gerecht – und wird somit scheitern.

Zitat des Tages

Die PDS ist nicht im Westen angekommen, sondern Spinner und Sektierer des Westens sind in der PDS angekommen, und das nennt sich jetzt Linke.

Sigmar Gabriel

1:0 für CO2-Siggi im anlaufenden Wahlkampf.

Dinge, die das Leben schöner machen

Ein kleiner Tipp für RadfahrerInnen in Berlin und dem Speckgürtel, auf http://bbbike.radzeit.de/cgi-bin/bbbike.cgi werden Fahrrad-Routen gesucht, der Straßenbelag aufgeführt, die Ampeln in die Fahrzeit mit einberechnet. Ich bin begeistert.

Die fünf besten Alben 2009

Keine Reihenfolge, alphabetisch geordnet.

- Exit To Freeways – Spilling Drinks. Spelling Names

Eigentlich ist der Bandname noch ein ganzes Ende länger. Extravagant wie der Name ist auch die Kost die Exit To Freeways liefern. Noise als Grundkonstante und dann gibt es vieles aus dem musikalischen Gemischtwarenladen. Das kann nach hinten losgehen oder ganz fantastisch gelingen wie hier.

- The (International) Noise Conspiracy – The Cross Of My Calling

Nun, was ist geblieben, von der T(I)NC? Zumindest ein ziemlich cooles Pop-Album mit Hits für die Ewigkeit wie „Hiroshima, Mon Amour“, keine wirklichen Gurken. Es ist nur seltsam, wie leicht erträglich sie nun geworden sind. Der Hörer wird nicht mehr gefordert wie auf „A New Morning, Changing Weather“ oder „Survival Sickness“. Das zumindest als ein kleiner Wehmutstropfen.

- The Mars Volta – The Bedlam In Goliath

Diese Platte spaltet, aber das scheint ja auch das Grundprinzip von The Mars Volta. Das ist keine Musik, die beim Staubsaugen gehört werden kann und auch keine Musik, die jeder Lebenslage dienlich ist, aber Musik auf die sich eingelassen werden sollte, denn es lohnt sich.

- Rise Against – Appeal To Reason

Ich habe vorher noch nie eine CD von Rise Against besessen und war auch erst einmal wenig begeistert, als mir gleich ein Zettelchen von PETA2 beim Aufklappen der hübschen Pappschachtel in die Hände fiel. Aber sonst sind sie erstaunlich gut, die Jungs von Rise Against. Druckvoller, präzise gespielter Punkrock. Gefällt sehr gut.

- Pascow – Nächster Halt Gefliester Boden

Pascow und ihr Album „Nächster Halt Gefliester Boden“ waren für mich eigentlich die Überraschung des Jahres. Mir waren Pascow zwar insoweit ein Begriff, als dass sie zu den cleveren Deutschpunk-Bands gehören und (wie ich es mag) schnellen und hektischen Punk spielen.