Archiv für Dezember 2008

Sammelt Ratten!

In Berlin-Mitte gibt es ein Rattenproblem findet die FDP, schließlich treiben rund 300.000 Tiere ihr Unwesen. Die Idee des FDP-Vorsitzenden in Berlin-Mitte ist da ganz einfach: die Flaschensammler sollen ihre Köder im Gesundheitsamt besorgen können und dann geht es los. 1€ gibt es für jedes totes Tier.

„Fenster nach draußen“ wurde ein exklusives Geheimdossier mit dem Titel „Rattenjagd als effektive Sozialpolitik“ zu gespielt (Spam-Ordner), nachfolgend soll daraus zitiert werden.

Eine typische Ratte wiegt 250 – 600 Gramm und ist 20 – 26 Zentimer lang (ohne Schwanz), die Breite variabel, angenommen 4 Zentimer, die Höhe angenommen 2 Zentimer. Die Ratte hat also (vereinfacht, als Quader gesehen) ein Volumen von 184 Kubikzentimetern. Eine Bierflasche (0,5 Liter) ist 26 Zentimer lang und besitzt einen Durchmesser von 6,85 Zentimer. Das Volumen einer Bierflasche (vereinfacht, die Flasche als Kegel betrachtet) beträgt also: 318,46 Kubikzentimer.

In eine Ikeatasche mit den Maßen 100 × 65 x 22, Volumen 143.000 Kubizentimer passen also rund 777 Ratten und 450 Bierflaschen. 777 Ratten machen bei einem vorgeschlagenen Preis von 1€ also genau 777 Euro, 450 Bierflaschen 36€. Bei einer angenommenden Rattenanzahl von 300.000 sind dies 386 Ikeataschen allein in Berlin-Mitte. Bei einer angemessenden Möglichkeit zur Reproduktion (alle 21-23 Tage, je acht Ratten pro Wurf) gibt es hier also die Möglichkeit einer angemessenden Beschäftigungspolitik im Niedriglohnsektor.

Es gibt allerdings auch Aufstiegsmöglichkeiten: Mit 1000 Ratten im Monat erhält ein Rattensammler genauso viel, wie eine Halbtagskraft, die mit dem vom DGB geforderten Mindestlohn von 7,50€ entlohnt wird. Diese Perspektiven machen deutlich, dass die Hartz-4 Sätze ohne Probleme auf 3,45€ gekürzt werden können.

Übrigens, wer ein Deja-Vu hat:

Kobraeffekt (…): Der Kobraeffekt beschreibt das Phänomen, dass Maßnahmen, die getroffen werden, um ein bestimmtes Problem zu lösen, dieses auch verschärfen können.(…)

Begriffsgeschichte

Ein britischer Gouverneur wollte einer Kobraplage Einhalt gebieten, indem er ein Kopfgeld auf jedes erlegte Exemplar aussetzte. Scheinbar funktionierte das Konzept zunächst gut: Immer mehr tote Schlangen wurden abgeliefert. Jedoch wurde deren Anzahl nicht gemindert, da die Bevölkerung dazu überging, Kobras zu züchten und zu töten, um weiterhin von der Prämie zu profitieren.

Als das Kopfgeld nach einem gewissen Zeitraum wieder aufgehoben wurde, ließen die Züchter die Tiere frei, da sie keine Verwendung mehr für sie hatten – dadurch hatte sich dank (indirekter) staatlicher Förderung die Zahl der Kobras vervielfacht. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kobraeffekt

Free Gaza!

Bei Ivos Blog „Planet Hop“ gefunden und insgesamt ein lesenswerter Artikel mit einer unkonventionellen Sicht auf den Konflikt um den Gaza-Streifen.