Normalzustand

Schulstreik in Berlin: die Demonstranten strömten in die Humboldt-Universität, nachdem die Polizei gerade dies durch eine Auflösung der Demonstration verhindern wollte. Einige Demonstranten sahen sich dann dazu veranlasst, die Tafeln einer Ausstellung über jüdische Betriebe in der NS-Zeit stark zu beschädigen – zusätzlich sollen auch antisemitische Äußerungen gefallen sein. Dem Bündnis „Bildungsblockaden einreißen“, oder der selbsternannten LSV gelingt es danach nicht, sich von diesen Vollidioten klar zu distanzieren, stattdessen findet man lieber Erklärungs- und Entlastungsmuster. Dabei müssten sie nicht einmal die Besetzung der Humboldt-Uni in Frage stellen.

Ein ziemlicher typischer Tag also.

Eine Korrektur (14.11, 12:36): nach Schreiben dieses Beitrages haben die Organisatoren eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sich von den Taten distanzieren, natürlich nicht, ohne anzumerken, dass die SchülerInnen die eigentlichen Opfer sind, schließlich zwingt sie ja das Schulsystem quasi dazu, randalierend gegen Plakate über jüdische Betriebe in der NS-Zeit vorzugehen. Keinesfalls ist die Orgagruppe davon entbunden, darüber nachzudenken, ob sie nicht die Ablehnung von Antisemitismus, Rassismus usw. hätten von Anfang an herausstellen sollen, um sich solches Personal gleich vom Hals zu halten.


2 Antworten auf “Normalzustand”


  1. 1 » deutschland wütet kotzboy.com Pingback am 15. November 2008 um 4:09 Uhr
  2. 2 classless Kulla Trackback am 16. November 2008 um 23:49 Uhr
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