Pirker schlägt wieder zu

Werner Pirker durfte in Samstag-Ausgabe der „jungen Welt“ einen Kommentar zum „Anti-Islamisierungkongress“ der rechtsextremen Gruppierung „Pro Köln“ schreiben. Da dieser mit „Hilflose Antifa“ übertitelt ist, dürfen natürlich auch die üblichen Pirkner-Zutaten nicht fehlen:

Die Islamfeindschaft ist auch keine Religionskritik. Sie ist die Ideologie des imperialistischen Krieges. Als solche dient sie vor allem der Rechtfertigung der amerikanisch-israelischen Aggression gegen die arabische und muslimische Welt. Deshalb ist die Islamophobie auch jenem Teil der Linken nicht wesensfremd, der meint, sich mit dem zionistischen Projekt solidarisieren zu müssen. Mit der Aufgabe des Antiimperialismus, wie sie Gregor Gysi im Zusammenhang mit seinem Bekenntnis zum Zionismus forderte, wäre die Linke in der westlichen Wertegemeinschaft angekommen. Der Islam erscheint als Gegenbild zum Vorbild der modernen, aufgeklärten, säkularen Gesellschaft. Und die weiße Vorherrschaft als zivilisatorischer Auftrag.

Nur eine Anmerkung: wäre die „Islamfeindschaft“ die Ideologie des „imperalistischen Krieges“ – und wie Pirker ja impliziert, irgendwie ja auch von USA und Israel am massivsten in die Debatte gebracht – warum demonstrieren dann Neonazis gegen die nächste Moschee, generieren sich aber auch andererseits als Ahmadineschad-Fanboys? Vielleicht weil „Bürgerbewegungen“ wie ProKöln, jeder beliege NPD oder DVU-Verein im Kampf gegen die „Islamisierung“ nichts anderes sind, als ordinäre Türkenhasser, die sich der „Islamkritik“ bedienen, weil das irgendwie etwas netter klingt, gleichsam aber deswegen genauso hemungslos nationalistisch und eben auch antisemitisch sein können?

In der Tat ist die plumpe „Islamkritik“ keine Religionskritik, den eine solche hat immer die Emanzipation des Individums von den Verhältnissen im Blick. Gleichsam wäre es auch ein Witz, dem plumpen Anti-Amerikanismus und der tiefsitzenden Israelfeindschaft Pirkners zu unterstellen, noch irgendwas mit politischer Emanzipation zutun zu haben.

Noch eine Anmerkung (10:33): Da jetzt schon angefangen wird, durch abgeschnittene Zitate Kaffeesatz zu lesen, kurz mal ein Erläuterung für all die, die meinen Gedankengängen nicht so recht folgen konnten:

Es geht in dem Beitrag um nichts anderes, als dass Nazis weiterhin dass sind, was sie schon immer waren: Rassisten, Antisemiten, Sexisten… Natürlich sind sie Imperialisten, aber die Hauptideologie in ihrem damaligen wie auch heutigem politischen Handeln ist nicht die “Islamfeindschaft”, sondern vielmehr eben Antisemitismus und Rassismus. Mehr sagt der Beitrag nicht aus und widerspricht da eben Pirker, für denen sich ja alle gegen die arabische Welt verschworen haben.


5 Antworten auf “Pirker schlägt wieder zu”


  1. 1 knusper 21. September 2008 um 21:40 Uhr

    Wie dumm bist Du eigentlich? Und wie alt? 12?

  2. 2 Administrator 21. September 2008 um 21:47 Uhr

    *PLONK*

  3. 3 dissi 22. September 2008 um 4:04 Uhr

    pirkner heißt pirker glaub ich. ansonsten hast du recht.

  4. 4 Administrator 22. September 2008 um 9:03 Uhr

    Korrigiert.

  1. 1 An der Sache vorbeigeschrammelt | Das geprüfte Argument Pingback am 22. September 2008 um 7:53 Uhr
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